WineTimes Wine-Guide-Austria
Hier geht's zum aktuellen Wine-Guide-Austria in deutscher Sprache, dem ultimativen Nachschlagewerk zum Österreichischen Wein .

Die Rankings.

Weingut des Jahres 2005. Kollektionen und Aufsteiger.

Jedes Jahr vergibt Wine-Times verschiedene Auszeichnungen. Neben dem Weingut des Jahres prämieren wir die beste Kollektion in einem Weinbau-Gebiet, sowie die Aufsteiger der Saison. Ausserdem die besten Weiss-, Rot- und Süss-Weine des Jahres. Zur Bewertung im Jahr 2005 wurden Weissweine aus dem Jahr 2004, Rotweine aus 2003 und 2002, die erst heuer auf den Markt kamen, sowie Süssweine aus 2002 bis 2004 herangezogen.

Die Aufsteiger des Jahres 2005.

 Aufsteiger sind jene Weingüter, die uns seit mindestens zwei Jahren konstant mit aufsteigender Qualität überzeugen. Das können ganz junge Winzer ebenso sein, wie gestandene Winzer, bei denen ein deutlicher Qualitätsschub auffällt.

Weinviertel.

Weingut Frank. Herrenbaumgarten.

Schon im ersten Jahr fiel uns das Weingut durch klare, saubere Weine auf. Inzwischen sind hier einige Weine an der 90 Punkte-Marke.

Der Zweigelt Wachtberg sogar darüber.

Weingut Ebenauer. Poysdorf.

Noch vor 3 Jahren bewerteten wir die Weine des blutjungen Manfred Ebenauer mit ziemlich niedrigen Noten und waren ein wenig enttäuscht.

Doch die letzten beiden Jahre zeigen eine rasante Aufwärts-Entwicklung, die diese Auszeichnung mehr als verdient erscheinen lassen.

Wachau.

Rainer Wess. Unterloiben.

Rainer Wess hat sich nach seinem Abgang bei den freien Weingärtnern mit einem Mini-Weingut mit Erfolg selbständig gemacht.

Seine Weine geben das Terroir seiner „Berge“, die er auch stilisiert auf seinen Etiketten abdruckt deutlich wieder. Bitte weiter so.

Dinstlgut Loiben. Unterloiben.

Seit Elisabeth Altenriederer beim Dinstlgut die Zügel in die Hand genommen hat, geht ein deutlicher Qualitätsschub quer durch das gesamt Sortiment. Auch in den extrem schwierigen Jahren 2003 und 2004 ist diese Steigerung sehr deutlich ausgefallen und der erste Stern redlich verdient.

Kamptal.

Oskar Hager. Mollands-Schönberg am Kamp.

Es passiert selten, dass man einen jungen Winzer irgendwo kennen lernt, ihm sagt, er solle seine Weine schicken und dann staunend vor dem Ergebnis sitzt. Bei Oskar war es so. Ein Wein überzeugte mehr als der vorhergehende. Hier ist ein grosses Talent zu entdecken.

Kremstal.

Weingut Hermann Moser. Rohrendorf.

Auch in diesem Traditions-Weingut hat sich seit der Übernahme durch Sohn Martin einiges getan. Regelmässig fährt er Auszeichnungen ein, sei es nun bei den Wertungen der ÖGZ oder selbst beim Salon. Auch der schwierige Jahrgang 2004 zeigt konsequente Qualitäts-Arbeit.

Wagram (Donauland).

Weingut Fritz. Zaussenberg.

Nahezu von der Öffentlichkeit unbemerkt arbeit sich Josef Fritz schön langsam aber sicher an die Top-Winzer Österreichs heran. Seine Roten Veltliner zählen zum Besten, was in Österreich aus dieser Sorte gekeltert wird, neben seiner Hauptsorte Grüner Veltliner sind auch Riesling und Traminer höchst bemerkenswert.

Süd-Steiermark.

Weingut Schilhan. Gamlitz.

Der „Elvis vom Jägerberg“ kann nicht nur gut singen und diverse Instrumente spielen, nein, er macht auch immer bessere Weine.

Im – gerade in der Süd-Steiermark – extrem schwierigen Jahrgang 2004 hat er eine Meisterleistung abgeliefert. Die gesamte Kollektion verdient höchstes Lob.

Neusiedlersee.

Weingut Beck. Gols. 

Die Beck‘s kennt man natürlich aus dem Pannobile-Team. Schlecht waren die Weine hier noch nie. Doch, wie so oft, ist auch hier ein deutlicher Schub spürbar, seit Judith die Vinifikation übernommen hat.

Mit Vater im Weingarten und Mutter im Verkauf hat sie allerdings auch tatkräftige Unterstützung.

Neusiedlersee-Hügelland.

Grenzhof Fiedler. Mörbisch.

Auch im Grenhof Fiedler weht ein frischer Wind. Bernhard Fiedler, Jahrgang 1974, hat nicht nur im elterlichen Betrieb das Ruder übernommen, sondern ist auch noch Weinakademiker und Lektor an der Weinakademie.

Die Weine spiegeln nicht nur sein Können, sondern vor allem die Region und die Sortentypizität wieder.

Mittelburgenland.

Weingut Moric. Lutzmannsburg.

Naja, der Firmensitz ist eigentlich Grosshöflein. Der Winzer aus Apetlon. Aber die Weine kommen aus Neckenmarkt und Lutzmannsburg. Aus dem Mittelburgenland. Und zwar ganz eindeutig. Die können von gar nirgendwo sonst sein.

Das war auch das Ziel von Roland Velich. Weine zu machen, die ihre Herkunft zeigen. Das tun sie. Und wie.

Süd-Burgenland.

Weingut Jalits. Badersdorf-Eisenberg.

Blutjung. Mutig. Selbstbewusst.

Das ist Matthias Jalits. Nach der Weinbauschule und einem kurzen Praktikum bei Paul Kerschbaum lehnte er lukrative Angebote ab, drehte in den Weingärten so ziemlich alles um, pachtete neue dazu, baute Keller und vinifiziert Weine, die im Handumdrehen eine Fangemeinde eroberten. Verständlich bei der Qualität.

Wien.

Weingut Christ. Wien-Jedlersdorf.

Gerade rechtzeitig vor der Lese war der Neubau fertig. Das war gut so, denn gerade heuer war es wichtig sehr genau zu selektionieren und dafür war nun endlich Platz. Und den braucht ein Qualitätsversessener, wie Rainer Christ. Das merkt man bei jedem Schluck seiner Weine. Geradlinig, sorten- und regionstypisch und süffig. Ideal also.

In den Weinbaugebieten Thermenregion, Carnuntum und Traisental

wurden heuer keine Aufsteiger gewählt.

Die Kollektionen des Jahres.

 Kollektion des Jahres bedeutet, dass von allen aus einer Weinbauregion eingereichten Weinen, jenes Weingut ausgewählt wird, das die überzeugendste Qualität quer durch das gesamte Sortiment stellt. Das ist in schwierigen Jahren manchmal nicht das Weingut mit dem höchstbewerteten Wein, sondern eines, wo alle Weine einfach gut sind. 

Kollektion Wachau. 

Weingut Prager, Toni Bodenstein. Weissenkirchen.

Toni Bodenstein ist der "Terroirist" der Wachau. Niemand anderer versteht es so eindeutig die Lagen ins Glas zu bringen, wie er. Selbst Überschwemmungen, Hitzejahre oder Regen hindern ihn nicht daran, beste Qualität abzuliefern. Im schwierigen Jahr 2004 die beste Kollektion.

Kollektion Weinviertel.

Weingut Taubenschuss. Poysdorf.           

Seit Jahren eine sichere Bank für knackige Veltliner, erfrischende Weissburgunder, beides als perfekte Speisenbegleiter und als Draufgabe gibt’s hier Sekt vom Feinsten.

Kollektion Wagram (Donauland).

Weingut Wimmer-Czerny. Fels am Wagram.

Hans Czerny arbeitet seit Jahren kontinuierlich an der Steigerung der Qualität. Eigene Klone werden vermehrt, auf naturnahen Anbau geachtet, sanfte Modernisierung in Weinberg und Keller durchgeführt. Dabei hilft die ganze Familie mit. Erfolgreich. Die Kollektion 2004 zeigt, was am Wagram alles möglich ist.

Kollektion Kamptal.

Weingut Schloss Gobelsburg.

Das Team rund um Michael Moosbrugger leistet ganze Arbeit. Jahr für Jahr werden hier Weine in Top-Qualität gekeltert, damit sich nicht nur die Prälaten dran erfreuen können. Im Gegenteil. Die Weine aus Gobelsburg werden inzwischen auf der ganzen Welt geschätzt. Selbst dem Wine-Spectator sind sie aufgefallen. Uns schon lang. Aber der grandiose Jahrgang 2004 ist eine Extra-Auszeichnung wert.

Kollektion Kremstal.          

Weingut Stadt Krems.

Als Fritz Miesbauer vor eineinhalb Jahren die Leitung des Weingutes der Stadt Krems übernahm, dachte wohl niemand, wie rasch er das Weingut zum Erfolg führen würde. Schon der Jahrgang 2003 riss die Kritiker zu Begeisterungsstürmen hin, mit dem Jahrgang 2004 hat er mit seinem Team noch ein „Schäuferl“ zugelegt. Für uns ist das die beste Kollektion im Kremstal.

Kollektion Süd-Steiermark.          

Weingut Walter Skoff. Gamlitz.

Walter Skoff geht einen eigenwilligen Weg und ist damit höchst erfolgreich. Trotz der inzwischen beachtlichen Grösse des Weinguts achtet er stets auf Qualität im Weingarten. In der Zwischenzeit tatkräftig von Sohn Joachim unterstützt, legt er auch im schwierigen Jahrgang 2004 eine beachtliche Kollektion vor.

Kollektion Neusiedlersee.        

Weingut Pittnauer. Gols.

„Wir halten uns bei der Vinifikation stets an das, was Auge, Nase, Zunge, Gaumen und Bauch uns sagen und vermitteln und orientieren uns dran - und nicht an Zahlen“ sagen die Pittnauers.

 Wenn dann solche Weine rauskommen, haben wir kein Problem damit. Im Gegenteil.

Kollektion Neusiedlersee-Hügelland.    

Weingut Feiler-Artinger. Rust.

Seit Jahren gefällt mir der elegante Stil der Rotweine aus dem Hause Feiler-Artinger. Besonders der Solitaire hatte es mir immer angetan. Daneben kann fast übersehen, wie gut hier auch die Weissen und natürlich die Süssweine sind. Heuer ist die gesamte Kollektion besonders gut.

Kollektion Mittelburgenland.        

Weingut Gesellmann. Deutschkreutz.

Die Gesellmanns zählen zu den einer der Rotwein-Pionieren in Österreich. Albert Gesellmann brachte das Gut zu Ruhm und Ehre. Weine wie Opus Eximium, Bela Rex und „G“ finden sich im Keller jedes Weinliebhabers. Während 2003 bei vielen Winzern zu „Blockbustern“ führte, gibt es hier Frucht und Eleganz.

Kollektion Südburgenland.

Weingut Schützenhof, Körper-Faulhammer. Deutsch-Schützen.

Seit Jahrzehnten ist das Weingut ein Pionier im Südburgenland. Walter „Mike“ Faulhammer holt aus den extrem alten Stöcken jedes Jahr das Maximum heraus, verarbeitet schonendst und kann so Weine präsentieren, die das Land und die Sorten sehr typisch wiedergeben. Der Jahrgang 2003 ist durch alle Sorten überaus gut.

Kollektion Wien.      

Weingut Wieninger. Wien-Stammersdorf.

Fritz Wieninger kann den Gag mit dem „Wien schon im Namen“ vermutlich schon nicht mehr hören. Trotzdem: Niemand hat in den letzten Jahren im In- und Ausland mehr für Wiener Wein getan, als er. Wiener Wein gibt es seinetwegen in 20 Ländern. Auszeichnungen fast überall. Auch bei uns. Bereits zum zweiten Mal die Kollektion des Jahres.

In den Weinbaugebieten Carnuntum, Thermenregion und Traisental

wurden heuer keine Kollektionen ausgewählt.

 

Weingut des Jahres 2005.

Nicht der beste Wein oder die beste Kollektion zählen für diesen Titel, sondern konstante Qualitätsarbeit über viele Jahre, Persönlichkeiten, die Vordenker sind, die ganze Regionen beeinflussen und deren Weine ebenfalls "Persönlichkeiten" geworden sind. 

Anita und Hans Nittnaus.

Gols.

Seit Jahren zählt das Weingut Nittnaus zu den Vorzeige-Betrieben der Region, des Burgenlandes, ganz Österreichs. Die Rotweine aus diesem Haus sind international hoch geschätzt und ausgezeichnet.

„John“ Nittnaus ist ein Vordenker. Immer wieder kann man erfolgreiche Initiativen auf seine Ideen zurück zu führen, als Beispiel sei nur die Pannobile-Vereinigung genannt, die nicht nur eine Rückbesinnung auf heimische Sorten auslöste, sondern auch einen wahren Wein-Tourismus-Boom am Neusiedlersee auslöste. John Nittnaus war einer der ersten, der auch mit internationalen Rebsorten „experimentierte“, aber auch einer der ersten, der vermehrt wieder auf heimische Sorten setzte. Dabei versucht er sich durchaus auch an ausgefallenen Sorten wie dem Blauen Wildbacher oder neuen Kreuzungen, wie Roesler oder Rathay.

Jahr für Jahr zählen seine Top-Weine Comondor und Pannobile zu den besten Rotweinen Österreichs, auch wenn sie im Jugendstadium oft verkannt und zu niedrig bewertet werden. Durch ihre Mineralität, Regions- und Sorten-Typizität, Eleganz und Reifepotential über Jahre zeigen sie aber regelmässig  auf, dass grosse Rote auch aus Österreich kommen können.

Sein „Heideboden“ beweist andererseits, dass es Top-Qualität auch zu erschwinglichen Preisen und vernünftigen Mengen geben kann. Und, auch wenn Nittnaus wohl hauptsächlich für seine Rotweine bekannt ist, seine Weissweine und die süssen Prädikatsweine – die es nur in den dafür besten Jahren gibt – brauchen keinen Vergleich zu scheuen. Seine Frau Anita steht ihm unermüdlich und fast "unscheinbar" zur Seite, hält ihm den Rücken frei und kümmert sich liebevoll um Besucher und erledigt nebenbei den ganzen Papierkram. 

Die Weine des Jahres.

 

Weisswein des Jahres.                  

Rudi Pichler,

Riesling Achleiten Smaragd 2004. Gross. 96-98 Punkte.

Rauchig, tabakig, wie jedes Jahr ist vorerst die typische Mineralik der Lage im Vordergrund, mit etwas Luft mischen sich würzige Aromen von Löwenzahn und ein Hauch Thymian dazu, bis endlich ein ganzer Fruchtkorb aus dem Glas strömt, von Marillen bis Papaya finden sich jede Menge Nuancen, die es einem schwer machen, den Wein noch in den Keller zu legen, obwohl man genau weiss, dass er in ein paar Jahren noch viel besser sein wird.

Am Gaumen wieder saftige Frucht und mineralische Würze, unglaublich rund, komplex und dicht, Power, Eleganz, Struktur und unglaubliche Länge zeigen sich jetzt schon, obwohl dieser Wein noch im embryonalen Stadium ist. Das ist grosser Wein. Mit Sicherheit einer der besten Rieslinge des Jahres. Trinkspass, perfekter Speisenbegleiter und Potential für Jahre.

Reifen lassen, dieser Wein braucht Zeit. Am besten zwischen 2008 und 2015.

Rotwein des Jahres.          

Franz Weninger,

Blaufränkisch Dürrau 2002. Gross. 96 Punkte.

Tiefer, vielschichtiger Duft nach Brombeeren und Amarena-Kirschen, ein ganzer Fruchtkorb dunkler Beeren, ein Kräutersträusslein und feine mineralische Noten, sowie zarte schokoladige Röstnoten. Am Gaumen saftige, extraktsüsse Frucht mit viel Kraft und Komplexität, feine, schon sehr schön eingebundene Tannine, elegantes Spiel und tolle Struktur, viel Biss und Power, köstlich, animierend und nahezu unendlicher Abgang. Ein Wein, der sich auch international jeder Verkostung stellen kann, dabei aber seine Herkunft nicht verleugnet. Reifen lassen, dieser Weine hält sehr, sehr lange. Empfehlung: 2007-2020.

Süsswein des Jahres.

Weingut Lentsch – Zur Dankbarkeit,

Pinot Noir TBA 2002. Einzigartig. 100 Punkte.

Dieser Wein hat mich schon vor einem Jahr fasziniert, damals noch als Fassprobe. In der Zwischenzeit übertrifft dieser Wein meine kühnsten Erwartungen. In der Nase ganz sortentypischer Duft nach Himbeeren, grünem Tee, Kräutern, etwas Waldhonig und einem Hauch süsser Holzwürze. Am Gaumen honigsüsse Frucht, spielerisch elegant, füllt den Gaumen völlig aus und spielt dabei alle Aromen aus, ein Feuerwerk entfaltet sich ganz langsam und unaufhörlich, dabei niemals dick und sättigend, sondern animierend, ein Süsswein, bei dem das Glas immer zu schnell leer ist, mit feiner mineralischer Struktur, die ihn fast schlank erscheinen lässt, dabei aber Power und Spiel - unglaublich; lassen Sie sich nach einem tollen Essen ein letztes Glas in Podersdorf einschenken, nach Wien chauffieren und wundern Sie sich nicht, wenn Sie, ohne die Zähne zu putzen, schlafen gehen. Dieser Wein hat keinen Abgang, er verlässt den Gaumen einfach nicht mehr. Obwohl diese TBA eine perfekte Speisenbegleitung ist, empfehle ich ihn ganz einfach zu trinken. Besser geht’s nicht. Dieser Wein hat nur einen einzigen Fehler. Es gibt viel zu wenig davon. Trinken, wann immer man Lust drauf hat, mindestens bis 2025.


 

Powered by Plone

This site conforms to the following standards: