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Es geht wieder los.Die 43. Viennale steht ins Haus: 12 Tage lang wird Wien wieder einmal zur Kino-Weltstadt.
Bei der diesjährigen Pressekonferenz sagten uns Viennale-Chef Hans „Chevalier“ Hurch, Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und der Leiter des Filmmuseums, Alexander Horwath (seines Zeichens auch ehemaliger Viennale-Chef), was das diesjährige Überraschungspaket Viennale dem Publikum bieten wird – wie Weihnachten und Ostern zusammen. Man freut sich schon spätestens seit der ersten Sommer-Presse-Konferenz darauf, wenn im cineastischen Sinne einmal im Jahr der Berg zum Propheten kommt. Und jedes Jahr fällt es wieder schwer, das unglaubliche Angebot der Viennale kurz zusammenzufassen – zu groß ist die Vielfalt. Winetimes-Redakteurin Julia Pühringer wird es dennoch versuchen.
Neuer Spielort Künstlerhauskino.
Die Viennale gewinnt zunehmend an Qualität und auch kritischer europaweiter Reputation – dies lässt sich auch an den steigenden Zuschauerzahlen bzw. der Ticketnachfrage ablesen. Diese waren auch der Grund, warum heuer erstmals eine weitere Spielstätte zum Zug kommt, und zwar das Künstlerhaus-Kino. Damit wird ein Problem des Vorjahres behoben – oft waren die „großen“ Filme schon am ersten Tag ausverkauft, heuer wird es von jedem Film zumindest zwei, manchmal sogar drei Vorstellungen geben, ein Angebot, dass durch eine zusätzliche Förderung durch die Stadt Wien in Höhe von 100.000 EUR ermöglicht wurde (nichtsdestotrotz sollte nicht vergessen werden, dass die Bundesförderung sich diesbezüglich nicht bemüßigt fühlt).
Und wenn wir schon bei Zahlen sind: heuer werden in 12 Tagen 291 Filme aus 48 Ländern gezeigt, die Länge der Filme reicht vom einminütigen Viennale-Trailer (dieses Jahr von Ken Jacobs) bis zum 643 Min. langen „Evolution of a Filipino Family“, der bei freiem Eintritt am 23.Oktober im Stadtkino gezeigt wird.
Viele Weltpremieren und internationale Erstaufführungen werden auch heuer das Programm bereichern, unter anderem auch die viel gelobte Bob Dylan-Dokumentation von Martin Scorsese.
Auch dieses Jahr gibt es wieder die zwölfteilige Reihe „Propositions“, die den Zuschauern besonders interessante Exemplare des zeitgenössischen Films nahe bringt.
Viele Filme, viele Gäste.
Die Liste der Festivalgäste wird jedes Jahr imposanter, wieder einmal werden große Namen in Wien vertreten sein: Schauspieler wie Danny Glover und Jane Birkin (in ihrer Anwesenheit findet ein Gala-Screening von Dust am 16.10. um 20:30 im Gartenbaukino statt) werden ebenso anwesend sein wie Kultregisseur Abel Ferrara und Altmeister Manuel de Oliveira. Jane Birkin, der ein Tribute gewidmet ist, gibt zudem am 17. Oktober im Volkstheater ein Konzert, ein paar Restkarten sollen noch erhältlich sein.
Der diesjährige Eröffnungsfilm ist Woody Allens Match Point, Abschlussfilm ist Good Night, and Good Luck von George Clooney, der schon in Venedig gehörig Wind machte. Im Rahmen der Abschlussgala werden auch traditionell der FIPRESCI-Preis, der Wiener Filmpreis und der Preis der Standard-Publikumsjury vergeben.
Aber natürlich wird auch der österreichische Film nicht zu kurz kommen: gezeigt werden unter anderem Antonin Svobodas Spiele Leben und Michael Glawoggers Workinman’s Death.
Kooperationen – Tributes - Special Programmes.
Die jährliche Kooperation mit dem Filmarchiv dreht sich heuer um Andy Warhol – auch die Working Class, eine Serie von Vorlesungen, widmet sich dem Thema. Warhols vielfältiges Filmschaffen, das weit über die allgemein bekannten mehrstündigen Epen wie „Empire“ hinausgeht, wird ein Monat lang im Filmmuseum zu bewundern sein, darunter auch eine Vielzahl von Screentests, die man sich am 16. 10. dort auch bei freiem Eintritt ansehen kann.
Ein weiteres Tribute widmet sich Buenos Aires, 9 Filme von 1946 bis 2002 über „das andere Buenos Aires“ werden zu sehen sein, darunter Gilda von Charles Vidor ebenso wie Wong Kar-wais Happy Together.
Ein Special Programm zeigt die Filme des portugiesischen Filmemachers Pedro Costa. Ein weiteres zeigt Filme von und über Ruan Lingyu, eine berühmte Schauspielerin des chinesischen Stummfilms, die sich im Alter von 25 Jahren das Leben nahm.
Zwei weitere Highlights sind die Projektpräsentation des Filmarchivs Austria „Proletarisches Kino in Österreich“ sowie die Programme „ORF 3. Film. Fernsehen.Österreich“ – eine Zusammenstellung vergangener Sendungen des ORF, der diese interessanterweise zuerst nicht freigeben wollte – zu groß war die Angst, dass beim Vergleich mit dem heutigen Fernsehprogramm die alten Sendungen wesentlich besser abschneiden. Darunter befinden sich Beiträge für Apropos Film, Ohne Maulkorb und die Kunststücke.
Und, weil’s wichtig ist: „Gold is the new Green“ – die Kulttaschen erstrahlen heuer in Gold und ja, es gibt wieder Sportgummi!
Tickets im Vorverkauf und Online.
Der Ticketvorverkauf hat heute, am 1. Oktober begonnen. Die Vorverkaufsstellen beim Stubentor, beim Generali-Center und in der Schottentor-Passage sind Mo.-Fr. von 10-20, sowie samstags von 10-17 Uhr geöffnet, Tickets gibt es auch per Bankomat- oder Kreditkarte.
Weiters kann man für die Viennale günstig nach Wien fahren: ÖBB-Vorteilscard-Besitzer reisen um 60% günstiger mit dem „Event Ticket“ – näheres dazu auf www.event.oebb.at
Alle Informationen gibt es unter www.viennale.at