Was wären wir ohne JJJ?
Josef Jamek, wird Anfang November unglaubliche 80 Jahre alt."Ich hoffe, dass ich meinen kleinen, bescheidenen Beitrag dazu leisten durfte, dass die Wachau und der Wachauer Wein heute jene Anerkennung geniessen, die sie verdient haben." Der Doyen des österreichischen Weines, Josef Jamek, wird Anfang November unglaubliche 80 Jahre alt. Fast eine Liebeserklärung von Helmut O. Knall.
Was wären wir ohne JJJ?
Diese drei ineinander verschlungenen "J" kennt man nahezu weltweit. Sie stehen für Josef Jamek Joching. Und es ist gar nicht leicht alles aufzuzählen, was man noch alles damit verbinden muss.
Ohne ihn gäbe es heute ein Donau-Kraftwerk statt der Wachau. Ohne ihn gäbe es keine weltberühmten Wachauer Rieslinge. Keine Steinfeder, kein Federspiel und keinen Smaragd. Und ohne ihn wäre ich vor einigen Jahren auf mancher Geschäftsreise in Deutschland an der Weinkarte verzweifelt. Trotzdem ist er immer bescheiden geblieben.
Dabei stand er nach dem Krieg vor dem Nichts. Er übernahm das von den Russen völlig leergeräumte Elternhaus, das ehemalige Hotel Wachau, renovierte es mit einfachsten Mitteln und dank der Kochkunst seiner ebenso unermüdlichen Frau "Traudl" wurde die "Gaststätte Jamek" weithin bekannt und beliebt.
Unermüdlich kämpfte er wenig später mit seinem Mitstreiter Franz Hirtzberger sen., dem damaligen Bürgermeister von Spitz, gegen das bereits geplante Kraftwerk, das die einzgartige Schönheit der Landschaft und das für den Wein so wichtige Mikroklima zerstört hätte.
Und wer einmal mit Josef Jamek in seiner Riesling-Paradelage Ried Klaus war, die er übrigens vor genau 40 Jahren erwarb, der versteht, warum der "Pepi-Onkel", wie er zärtlich gerufen wird, zum ersten Grünen in Österreich wurde. Vor ein paar Wochen erst bewunderte Californiens Starwinzer Robert Mondavi (86) diese Lage und wer die beiden Wein-Legenden gemeinsam über die Donau blicken sah, wusste, da verstehen sich zwei Menschen ohne viel zu reden.
Belächelt wurde Josef Jamek, als er sich schon in den 50er Jahren für einen leichteren, fruchtbetonten Wein mit biologischem Säureabbau einsetzte. Dem Vorgänger der heute beliebten Steinfeder. Und er revolutionierte den Riesling in der Wachau, eine damals eher ungeliebte, weil heikle Rebsorte. Naturnaher Weinbau, war seine Devise, das allerorts praktizierte Aufzuckern der Moste war ihm stets ein Greuel. Durch den Säureabbau nahm er den Weinen nicht nur die aggressive Apfelsäure, sondern schuf damit auch die Basis für ein niedrigeres Schwefelniveau. Josef Jamek der Wein-Pionier.
Was Josef Jamek alles geleistet hat, würde wahrscheinlich ein Buch füllen. Vor kurzem übergaben die Jameks den Betrieb an Tochter Jutta und Schwiegersohn Hans Altmann. Dass der Pensionist Jamek trotzdem immer höflich zur Stelle ist und die Gäste begrüsst, wundert natürlich niemand. Im Gegenteil. Es würde uns etwas fehlen, wäre er nicht da. Also: bitte bleib' noch lange. Und alles Gute zum Geburtstag!